Hürdenstars von morgen übten mit Bananenkartons

Viele Starter bei den Leichtathletik-Kreismeisterschaften in den ergänzenden Wettkämpfen - Zum vierten Mal in Nastätten

NASTÄTTEN. Die Beschriftung der Kartons besagt, dass sie einst in Venezuela, Französisch-Martinique, Ekuador, Panama oder Costa Rica mit Bananen gefüllt wurden. Auf dem Nastätter Sportplatz an der Lauterter Straße erfüllten die Pappdeckel-Behälter am Sonntag einen ganz anderen Zweck: Bei den Kreismeisterschaften in den ergänzenden Wettkämpfen dienten sie nämlich als Hindernisse.

Aus vier Disziplinen besteht dieser alternative Leichtathletik-Mehrkampf für Kinder. 40 Meter lang sprinten sie über den Rasen und müssen dabei vier Kartonhindernisse überlaufen. Außerdem gibt es einen Weitwurf mit Staffelhölzern und einen Hochsprung mit frontalem Anlauf. Wenn die ersten drei Übungen absolviert sind, folgt das große Finale: Beim Biathlon müssen die Jungen und Mädchen nicht nur einen kleinen Dauerlauf bewältigen, sondern zudem noch einige Ziele mit Tennisbällen umwerfen.

Der VfL Nastätten richtete diese Kreismeisterschaften bereits zum vierten Mal in Folge aus. Rund 150 Teilnehmer registrierten die Helfer im Meldebüro - das waren etwa 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein der gastgebende Verein brachte 60 Kinder an den Start. "Es zahlt sich jetzt aus, dass wir Bewegungstraining im Kindergarten angeboten und mit der Nastätter Grundschule kooperiert haben", freute sich Steffi Michel vom VfL.

Außerdem traten die LG Lahn-Aar-Esterau, der TV Oberneisen, der TV Weisel, der TV Bad Ems und die TuS Niederneisen auf dem Nastätter Rasenplatz an. Auch für die Sechs- und die Siebenjährigen gab es Wertungsklassen, obwohl diese sonst noch nicht von den Wettkampf-Regularien in der Leichtathletik erfasst werden.

Einige Teilnehmer waren sogar erst fünf Jahre alt und kannten sich noch nicht so recht auf dem Sportplatz aus. Die Organisatoren hatten sich deshalb etwas Besonderes ausgedacht: Jedes Kind bekam ein Etikett aufs Hemd geklebt, auf dem nicht nur eine Startnummer, sondern auch der Name geschrieben stand. So konnten die Kampfrichter die jungen Leichtathleten einfacher ansprechen - und ein bisschen sah es ganz so aus wie im Fernsehen, wenn die großen Meetings übertragen werden.

Mit der "großen Leichtathletik" haben die ergänzenden Wettkämpfe übrigens auch inhaltlich etwas gemein. Die motorischen Anforderungen sind nämlich sehr ähnlich. So kann der Bananenkartonlauf als Übung für den Hürdensprint angesehen werden; der Hochsprung mit frontalem Anlauf bereitet auf den Weitsprung vor. Und wer beim Stabwerfen gut abschneidet, wird sicherlich später ein guter Speerwerfer. Thorsten Stötzer

Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 05.07.2004, Seite 24.

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